Deutsch 421: Vergiftete Bilder - Deutsch-amerikanische
Beziehungen im Film
Herbst 2003
Mittwochs, 1:30 –
4:20, Cunningham 155
Prof. Maggie
Chambers 3150,
Ext. 2266
Sprechstunden: MF
1:30-3pm
Als Deutschland sich
im Herbst 2002 gegen einen Krieg mit dem Irak stellte, wurden die Beziehungen
zwischen Deutschland und den U.S.A. als “vergiftet” bezeichnet. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts bietet
aber ein komplizierteres Bild: ob Feinde oder Allierte, die U.S.A. und
Deutschland spielten immer eine große Rolle in den Augen des anderen. Obwohl Deutschland eine Wiederauferstehung
als demokratischer Staat erlebt hat, bleibt der Nationalsozialismus für
Amerikaner ein bevorzugter Hintergrund, vor dem wir unsere Grundwerte von
Freiheit und Demokratie definieren. In
Deutschland hingegen wurde Amerika oft mit krassem Materialismus, Mangel an
Kultur und imperialistischen Tendenzen verbunden. Ob solche Projektionen auf der Leinwand eher
distanziertere Form finden, werden wir in diesem Kurs unter die Lupe
nehmen. Von Hollywood-Nazis zu
orientierungslosen Deutschen, die durch eine hässliche amerikanische Landschaft
wandern, werden wir untersuchen, ob Kino-Bilder aus beiden Ländern mehr oder
weniger giftige historische Projektion enthalten.
Die deutschen Filme
Paris, Texis (Wim Wenders, 1984)
Stroszek (Werner
Herzog, 1977)
Der
amerikanische Freund (Wim
Wenders, 1977)
Salmonberries (Percy Adlon, 1991)
Die amerikanischen Filme
Cabaret (Bob Fosse, 1972)
Sophie’s Choice (Alan J. Pakula, 1982)
Saving Private Ryan (Steven Spielberg, 1998)
Starship Troopers (Paul Verhoeven, 1997)
Apt Pupil (Bryan Singer, 1998)
The Big Lebowski (Joel Coen, 1998)
Und zum Schluss
aus Spaß ein Teil von Jim Jarmusch’s Night on Earth (1991)
LEKTÜRE
Dan Diner, Feindbild Amerika. Über die Beständigkeit eines Ressentiments. Munich: Propyläen Verlag, 2002.
Dienstag, 11. September 2001.
Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt, 2001
Jim Willis, ed. Images
of
Wir trefen uns
alle einmal die Woche und legen einen Text bzw. einen Film sorgfältig
auseinander. Allgemein wird ein
ernsthaftes, intelligentes Teilnehmen erwartet, das gute Vorbereitung außerhalb
des Kurses aufweist. Klares Denken
und originelle Ideen werden durch den Kurs und nicht zuletzt in Form einer
guten Note belohnt. Ferner habe ich
folgende, konkrete Erwartungen:
-
Mindestens
einmal im Semester muss jeder einen Text vorstellen, d.h. wichtige Fakten über
den Regisseur, bzw. Autor, den historischen Kontext, und auch relevante
Anekdoten erzählen, die zu unserem Verständnis des Stoffes beitragen
sollten. Solche Referate werden 10 – 15
Minuten dauern.
-
Mindestens
einmal im Semester muss jeder eine elektronische Reaktion auf den Stoff
schreiben und mir per Email schicken, damit ich sie an alle Teilnehmer weiter
schicken kann. Solche Reaktionen sollen
konkrete Fragen zum Stoff stellen, gut begründete Meinungen äußern, Frust oder
Freude ausdrücken usw. Hauptsache ist: Eure
Ideen dienen als Ausgangspunkt zum Text.
-
Jeder
muss eine Hausarbeit von mindestens 20 Seiten schreiben, die spätestens am
letzten Tag der Examen (18.12.03) abgegeben werden muss. Ich erwarte eine intelligente
Auseinanderlegung von einem Text oder Film in Bezug auf unsere Lektüre und Diskussionen
im Kurs. Eine ausführliche Bibliographie
sollte zeigen, dass man für das Thema gründlich geforscht hat.
-
Verzehrfürsorge:
ich bringe meine Kaffeemaschine mit und zwei Leute sind jeweils für Kaffee
(plus Milch) und Viktualien zustaendig.
Seid umweltfreundlich und bringt den eigenen Becher mit. Damit sollte unsere geistige Verfassung
gefördert und gestärkt werden. Bitte Rücksicht
nehmen, dass besonders knuspriges Essen nicht auf den Tisch kommt.
Aktives
Teilnehmen, gewissenhafte Vorbereitung 25%
Schriftliche
Arbeit 50%
Referate,
elektronische Reaktionen 25%
Am Mittwoch,
27.8.03: großes Wiedersehen and Besprechung des Kursplans. Alle Filme müssen vor der Sitzung angeguckt
werden; elektronische Reaktion sollen spätestens Montagabend zu mir geschickt
werden.
TEIL I –
Amerika in deutschen Augen
3.9
Lektüre: Irene Dische. “Als wir noch Kinder waren. Eine New Yorker Utopie – mitten in der
Katastrophe. (SS. 24-32 in Dienstag,
11. September)
Ralph Giordano, “Wie gut, dass es Amerika gibt!” SS. 134-144 in Dienstag
Klaus Harpprecht, “Sind wir alle Amerikaner?” SS. 145-149 in Dienstag
Referat:
Reaktion:
10.9.1
Stroszek
Lektüre: Günter Grass, “The
Umberto Eco, “Man kann Amerika lieben – und den Frieden.”
Eric Rentschler, “How American is
it? The
Referat:
Reaktion:
17.9
Alice
in den Städten
Lektüre: Dan Diner, 7-41
Referat:
Reaktion:
24.9 Der amerikanische Freund
Lektuere: Dan Diner, 42-89
Referat:
Reaktion:
1.10 Bagdad Cafe
Lektüre: Dan Diner 90 – 162
Referat:
Reaktion:
8.10
Salmonberries
Lektüre: Dan Diner, 163 – 206
Referat:
Reaktion:
15.10 Cabaret
Lektüre: Jim Willis, Chapter 7
Referat:
Reaktion:
22.10 Sophie’s
Choice
Lektüre: Jim Willis, Chapter 5
Referat:
Reaktion:
29.10 Starship Troopers
Lektüre: Willis, Chapter 8
Referat: Rory
Reaktion: Chandra
5.11
Saving Private Ryan
Lektüre: Willis, Chapter 1
Referat:
Reaktion:
12.11 Apt Pupil
Lektüre:
Referat:
Reaktion:
19.11
The Big Lebowski
Lektüre:
Referat:
Reaktion:
24.11 (Montag vor
Erntedankfest: bitte Hausarbeiten-Themen per Email abgeben.)
3.12
Wir
gucken zusammen einen Teil von Night on Earth und fassen den Kursstoff
zusammen
10.12
Sprechstunden
bei mir, um eure Hausarbeiten zu besprechen.
18.12 HAUSARBEITEN
FÄLLIG
Bibliographie
Barber, Benjamin R. Coca-Cola und Heiliger Krieg: Wie
Kapitalismus und Fundamentalismus Demokratie und Freiheit abschaffen. Bern, 1996.
Herm, Gerhard. Amerika ist an allem schuld. Die Amerikanisierung der Alten Welt. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1980.
Hollander,
Paul. Anti-Americanism.
Critiques at Home and Abroad, 1965-90,
Leggiewie, Claus. Amerikas Welt: Die USA in unseren Köpfen.
Walzer, Michael. What it
Means to Be an American.